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Das Sydney – Hobart Yacht Race

von | Jan 22, 2023 | Australien, Pazifik

Meine Ankunft in Sydney liegt mittlerweile über zwei Monate zurück. – Das ist unglaublich, denn die Zeit verging wieder einmal wie im Flug.

Aller Anfang ist hart:

Am vorletzten Tag der Überfahrt bemerkte ich bereits den komischen Pickel an meiner linken Schulter. In Fidschi bin ich mit einer heftigen Entzündung im Bein nur knapp dem Krankenhausbett entkommen und da die neue Stelle an meiner Schulter den alten Symptomen ausgesprochen ähnlich sah wurde ich etwas nervös und begann sofort die Stelle mit einer antibiotischen Creme und Tabletten zu behandeln.  

Zwar entwickelte sich die Entzündung nicht mehr so schnell wie damals, aber als am vierten Tag immer noch keine Besserung in Sicht war und ich vor Schmerzen meinen Arm kaum noch benutzen konnte, beschloss ich (es war Samstag) in die Notaufnahme des Krankenhauses zu gehen.

Die Ärzte dort staunten nicht schlecht und die durchgeführten Tests bestätigten meine Befürchtungen: Es waren die gleichen Bakterien, wie in Fidschi. – ein Methicillin-resistenter Keim; kurz MRSA. Und wieder bekam ich 5 Tage lang Antibiotika intravenös gespritzt. Solange, bis der Pickel/ Abszess so weit gereift war, um ihn leeren zu können und die Ärzte davon ausgingen, dass von nun an auch „normale“ Antibiotika ausreichen würden.

Parallel zu meiner Behandlung verbrachte ich den längsten Teil des Tages in einer der vielen Büchereien in Sydney. Den Umfang der Theorie für den Yachtmaster Offshore, der in der folgenden Woche anstand hatte ich nämlich gründlich unterschätzt. Mir blieben noch etwa fünf Tage um den auf 50 Stunden angesetzten Onlinekurs zu inhalieren und sämtliche Inhalte für die Prüfung zu verinnerlichen. Nicht das alles neu war, aber die genauen Definitionen, Regeln und Eigenarten des Scheines hatten es schon in sich – und noch dazu auf Englisch.

Der Yachtmaster Offshore ist in etwa vergleichbar mit dem deutschen SportSeeSchifferschein (SSS). Dazu kam ein zweitägiger Safety and Sea Survival Kurs, ein erste Hilfe Kurs, eine ärztliche Untersuchung für Seefahrer sowie ein zehn Stündiger online Kurs zu „Professionellen Praktiken und Verantwortungen“. Kurz: Ein niemals enden wollender Aufwand, mit dem Ziel am Ende eine Lizenz in der Hand zu halten um gewerblich als Skipper auf Yachten arbeiten zu können.
Erst seit ein paar Tagen bin ich endlich mit allem durch und warte nur noch auf die Zustellung meiner Dokumente!

Prüfungstag mit perfektem Segelwetter!!

Die Kosten für die Kurse alleine waren schon Motivation genug, mich schleunigst nach einem Job umzusehen. Kurzerhand und recht spontan bewarb ich mich via Telefon beim „Cruising Yacht Club of Australia“. Der Club ist wohl Australiens aktivster Club im Thema Regatta segeln und außerdem Veranstalter des Sydney to Hobart Yacht Races – Einer 650 Seemeilen langen offshore Regatta von Sydney nach Hobart in Tasmanien.

Das Rennen stand schon lange auf meiner Wunschliste und war mit ein Grund, weshalb ich die Westpazifische Sturmzeit nicht in Neuseeland, sondern in Australien abwarte.

Bei dem Job im Segelclub ging es also insgeheim nicht nur um die Kohle, sondern auch darum ein paar Kontakte in die hiesige Rennscene zu knüpfen.

Letztendlich entwickelte sich mein Platz im Rennen, auf der deutschen Yacht ORIONE aus einer ganz anderen Begebenheit heraus:

Axel und Peter Baumgartner, zwei Brüder aus Berlin hatten beide schon seit Kindesalter den Traum beim Sydney – Hobart Yacht Race mitzusegeln. Jedes Jahr zu Weihnachten verfolgten sie den Start im Fernsehen! Dann, vor zehn Jahren, in etwa zu der Zeit als sie ORIONE im Mittelmeer kauften, standen sie zum ersten Mal persönlich auf den Heads in Sydney, um den Start live zu verfolgen.

Aus dem Traum wurde eine Vision: Mit dem eigenen Boot mitsegeln! Von nun an sollte mit jeder Entscheidung, die für das Boot getroffen wurde ,ORIONE, eine Grand Soleil 45 – näher an die Startlinie gebracht werden. Das Middle Sea Race und Rolex Giralia waren zwei der vielen Meilensteine und Tests auf dem Weg nach Australien.

Im Januar 2022 startete eine einjährige Kampagne: Abwechselnd skipperten Axel und Peter ORIONE über den Atlantik, durch die Karibik und über den Pazifischen Ozean! Über 60 Freunde und Familienmitglieder waren bis zu ihrer Ankunft in Sydney mit an Bord und wurden so ein Teil des Traumes.

Ich traf ORIONE zum ersten Mal in Französisch-Polynesien auf Nuku Hiva. Elisa, die Tochter von Peter, passte gerade auf das Boot auf und wir lernten sie am selben Abend kennen, als Emma und ich auch G trafen und beschlossen ihn durch die Tuamotus bei uns mitzunehmen. Als wir alle zusammen Bier und Wein bei ORIONE im Cockpit tranken und über Pläne und Träume sprachen kamen wir natürlich auch auf die Regatta in Sydney.

Was für ein Zufall! Elisa gab mir die Nummer ihres Vaters, den ich ein paar Monate später in Fidschi selbst kennen lernte.

Ob ich mitsegeln würde oder nicht stand auch ein Monat vor dem Rennen noch nicht fest. Axel und Peter hatten ja schon länger eine Crew aus Familie und Freunden zusammengestellt. Wieso also jemand Fremden mitnehmen, den man ja eigentlich gar nicht kennt?

Am Ende waren es die Zertifikate und Scheine die für ein Rennen der Category 1 festgeschrieben sind und von einer Mindestanzahl von Mitseglern, geführt werden muss. Obwohl die Cat 1 Vorschriften allein schon sehr streng sind, gehen die Special Regulations noch weiter: Beim Sydney – Hobart 1998 traf ein gewaltiger Sturm auf einen Großteil der Flotte. 55 Segler mussten gerettet werden; sechs verloren ihr Leben.

Drei Wochen Lang schufteten alle auf der ORIONE anwesenden! Es wurden Löcher in das Deck gebohrt, Pick Points angeschraubt, Relings-Drähte gewechselt, PLBs organisiert, ein Kurzwellenradio installiert, ein Zertifikat nach dem anderen zertifiziert. Sogar noch in der letzten Woche vor dem Race, als ich bereits auf dem Schiff eingezogen war arbeiteten wir noch fleißig daran die letzten Ticks auf der Checkliste zu bekommen.

Wir gingen nicht mehr einfach so zum segeln raus – wir gingen trainieren 😉

 

 

Dann war es geschafft!

Alles funktionierte und die Crew, bestehend aus Axel, Peter, Paul & Elisa Baumgartner, Tobias Brackmann als Smutje, Michael Schütz als Doktor, Robert Nowatzki – Begründer der MIDSUMMERSAIL Regatta – als Trimmer und mir, war komplett!

24.12.2022 – Noch 2 Tage bis zum Start:

Das Mediale Interesse an dem Rennen ist enorm! Das Hauptaugenmerk lag zwar vor allem auf den vier Maxi Yachten (100Fuß lange, mehrere Millionen Dollar schwere, voll Karbon-Racer). Aber als eine von nur sieben internationalen Yachten überhaupt waren auch wir etwas Besonderes: Verschiedene Fernsehsender kamen zu Besuch, Peter und Axel gaben Pressemitteilungen und aus Deutschland schickten uns Freunde immer mehr Beiträge aus dem ZDF, der FAZ &SZ sowie der Yacht. Am Abend sahen wir uns selbst im Sportteil der australischen Fernsehnachrichten.

25.12.22 – Weihnachten in Australien und noch 1 Tag bis zum Start:

Noch ein letztes Mal fuhren wir zum „trainieren“ raus in den Hafen. Der Taucher hatte das Unterwasserschiff geputzt und versprach uns mindestens einen Knoten mehr Geschwindigkeit.

Als wir am Nachmittag wieder anlegten und ich versuchte den Spinnackersack von Bord zu heben; Zack; ging gar nichts mehr. Hexenschuss! Auf allen vieren musste ich zurück ins Cockpit kriechen und versuchte dort sofort mit leichten Übungen meinen Rücken wieder aufzuweichen. Aber nichts zu machen. Der Rücken blieb verklemmt. Nach einer Stunde schaffte ich es gerade einmal wieder aufzustehen und ein paar Meter zu laufen.

Heiligabend verbrachten wir bei Schnax und Sabine zuhause und grillten auf der Terrasse (ich liegend). Die beiden waren unser Sydney- Shoreteam und hatten sich schon während der gesamten Zeit unglaublich lieb um uns gekümmert.

Unser Doc Michael erlaubte mir netterweise zwei kleine Bierchen mitzutrinken, fuhr dann aber mit mir zur Apotheke und besorgte Schmerztabletten sowie eine Rückenschiene. Halbwegs Schmerzfrei nach Tasmanien zu kommen war das Ziel. Und so musste ich sogar auf den leckeren Nachtisch bei Sabine und Schnax verzichten und sofort ins Bett.

Trubel kurz vor der Abfahrt – Die Stege waren voll!

 

 

26.12.22; 11 Uhr – noch 2h bis zum Start

Zeit abzulegen!

Wir starteten an Startline vier. Vorher mussten wir noch unsere leuchtende Sturmbesegelung zeigend am Startschiff vorbeisegeln und per Funk unsere Segelnummer und Anzahl der Personen an Bord ans Racecommitee übermitteln. Eine Sicherheitsmaßnahme, da wohl in der Vergangenheit einige Yachten ihre „unnötige“ Sturmbesegelung heimlich am Steg zurückließen, um Gewicht zu sparen.

20 Minuten bis zum Start

Wir kreuzten vor der Startlinie hin und her, hatten die Startmarken gepinnt und beobachten gespannt den Wind. Er frischte auf. Peter und Robert entschieden das Segel zu wechseln. Anstelle der G2 setzten wir die etwas kleinere G3.

10 Minuten bis zum Start

Segel dicht! Ein letzter Test: Wie hoch kommen wir an den Wind? Welchen Kurs können wir segeln?

Abfallen! Distanz zur Linie gewinnen.

5 Minuten bis zum Start

Wir zählten sieben Helikopter in der Luft. Ein unglaubliches Dröhnen war um uns herum. Segler kreuzen hin und her. Hunderte Zuschauerboote bilden eine Art Korridor entlang der eingerichteten Sperrzone. Paulo hielt vorne am Bug die anderen Segler fest im Blick; warnt vor möglichen Kollisionen.

Noch 1 Minute bis zum Start

Mit gefierten segeln näherten wir uns der Linie.

30 Sekunden bis zum Start

20 Sekunden „Schoten dicht!“

START!

2 Kanonenschüsse Starten die 77ste Ausgabe des Sydney – Hobart Yacht Races!

Peter steuert. Paulo steht immer noch vorne am Bug und spottet andere Segler. Robert ist am Mast oder huscht über das Deck und gibt Anweisungen zum Segeltrimm.

„20 Sekunden bis zur Wende!“

Alle machen sich bereit die Seite zu wechseln, um Gewicht auf die neue Luvkante zu bringen. Elisa und ich gehen im Cockpit an den Winschen in Stellung, um das Vorsegel zu wenden und zum neuen Kurs zu trimmen.

„Und rum!“

Axel, Tobi, Michael wechseln Seite. Ich schmeiße im richtigen Moment die Fockschot los, Elisa zieht sie so schnell wie möglich auf der anderen Seite dicht. Die letzten Zentimeter knallen wir zusammen mit der Wischkurbel an und setzen uns zu den anderen auf die hohe Kante!

Mit dieser Reise erfülle ich mir meinen Traum. Wenn auch du mich dabei unterstützen möchtest freue ich mich sehr über eine symbolische Einladung zu einer Brotzeit!

Vielen Dank!

Während die Topboote haarscharfe Manöver an den Tonnen fuhren und sich gegenseitig in die Bredouille brachten, schafften wir es ohne Zwischenfälle aus den Heads herauszukreuzen und das Feld von hinten aufzuräumen.

100 bunte Spinnacker segelten gleichzeitig die Küste entlang nach Süden, als zwei schwarze Helikopter im Tiefflug, knapp über die Masten hinweg auf uns zu rasten. Total verstrahlt winkten wir ein paar Momente lang in die Kamera, dann konzentrierten wir uns wieder auf den Wind und unser Segel.

Für unseren Schichtplan waren wir in 2 Gruppen eingeteilt: Steuermänner und Segeltrimmer. Jede Schicht dauerte drei Stunden und wurde gefolgt von einer „Standby Schicht“. Standby bedeutete dabei, dass man immer noch draußen im Cockpit bleibt und wenn gefordert zur Hand geht, sonst aber dösen kann. Danach hatte man sechs Stunden frei.

Steuer- und Trimmerschichten waren um eineinhalb Stunden verschoben, sodass immer etwas Bewegung in der Crew blieb und mindestens vier, aber zu Wachwechseln sogar fünf Leute gleichzeitig an Deck waren.

2ter Tag auf See 27ter

Der Spi blieb die ganze Nacht und auch den nächsten Morgen stehen und musste erst geborgen werden als bei einer missglückten Halse die Spibaumglocke brach:

Der Windmesser zeigte bereits mehr als 25 Knoten Wind und der Seegang war bereits ordentlich, als wir entschieden eine Halse zu fahren. Den Spibaum auf dem Vordeck umzuhängen dauerte bei dem geschaukel ziemlich lang. Eine brechende Welle drückte den Bug plötzlich soweit in den Wind, sodass der Druck im Ruder zu groß wurde und ich die Kontrolle über das Schiff verlor. – Sonnenschuss!

Der Spi schlug im Wind, lief Gefahr sich in den Wanten zu verfangen und zu zerreißen.  Erst als wir alle Schoten losgeschmissen hatten und aller Druck aus den Segeln entwichen war, konnte ich endlich abfallen und die anderen den Spi bändigen. Sie bargen ihn unter dem Großsegel hindurch und ließen ihn direkt unter Deck verschwinden.  

Jetzt konnten wir nicht mehr so tief fahren, hielten mit der G2 aber fast die gleiche Geschwindigkeit.

Tobi im Surf auf einer vier Meter Welle

3ter Tag auf See

In der Nacht nahm der Wind immer weiter zu und regelmäßig zeigte die Anzeige 40 Knoten Windspeed oder mehr. Nach und nach refften wir die Segel immer weiter, bis am Ende nur noch die G4; abgesehen von der Sturmfock unser kleinstes Vorsegel; stehen blieb.

Wir waren in der Bass-Strait und in den „roaring fourties“ angekommen. Keiner der beiden ließ es sich nehmen uns einen kleinen Vorgeschmack zu geben zu was sie fähig waren: Zwei Wellensysteme überlagerten sich gegenseitig, machten sich gegenseitig steil und hoch. Überall um uns herum brachen Wellenkämme, Spray flog durch die Luft.

Alle waren angegriffen, zwei richtig seekrank. Auch ich musste mich später übergeben. Der einzige, dem das Wetter überhaupt nichts auszumachen schien, war Tobi! Wie ein Fels in der Brandung stand er unten in der Küche und zauberte an Pfannen und Kochtöpfen: Rinderlende an Reis mit Zwiebeln in Rotweinsoße. Gerade als die Sonne am Untergehen war öffnete sich das Schiebeluk und Tobi streckte seinen Kopf nach draußen: „Wollt ihr euer Steak lieber blutig oder eher durchgebraten?“ – Ich sag euch: Es war ein Gedicht das zwei Mal schmeckte!

4ter Tag auf See

In der Nacht erwarteten wir den Easterly Change. Es war rabenschwarz! Ich hatte die Schicht von neun bis Mitternacht und außer die leuchtenden Kompasszahlen auf dem Bildschirm vor mir war Nichts, aber auch absolut gar Nichts zu sehen.

Es war irgendwann gegen Mitternacht, als der Wind ohne Ankündigung und innerhalb eines Fingerschnippens um beinahe 120 Grad von Nord auf SüdOst drehte.

Wir mussten eine Wende fahren, deren Vorbereitung in der Dunkelheit und dem starken Wellengang ein paar Minuten dauerte.  Kaum gewendet, dachte ich, der Wind hätte schon wieder gedreht! Doch als ich die Augen zusammenkniff und auf das Ziffernblatt vor mir starrte, bemerkte ich, dass ich in die falsche Richtung fuhr. – Ich hatte in dem Trubel um die Segel und Backstagen einfach die Orientierung verloren.

Ups! Naja, dann ging es auf jeden Fall weiter und dank des starken Stromes mit über 10 Knoten in Richtung Hobart.

Als der Morgen anbrach und die Küste Tasmaniens am Horizont auftauchte tat das Meer, als wäre nichts gewesen: Die See war ruhig und der Himmel blau. Die Schwerwetterkleidung wich Sonnencreme und -Brille.

Ein Hoch lag über Tasmanien und sollte sich im Tagesverlauf von der Küste ablösen und nach Osten ziehen. Um so früh wie möglich vom neuen Wind zu profitieren, missachten wir alle goldenen Regeln „zum Segeln entlang der Tasmanischen Küste“ und fuhren dicht unter Land.

Mit dem leichten Wind und unserem kaputten Spinackerbaum hatten wir nun natürlich einen riesigen Nachteil zu unseren Konkurrenten. Um das Beste aus den verbliebenen Mitteln zu machen, knoteten wir kurzerhand ein Auge des Spis am Bug an und fuhren ihn als Genacker, was gar nicht so schlecht funktionierte.

5ter Tag:

Nach gerade einmal zwei Stunden schlaf wurde ich am Morgen geweckt: „Alle Mann an Deck! Der Hubschrauber kommt!“

Die Augen kaum aufkriegend schlüpfte ich widerwillig in meine Skiunterwäsche und Regenklamotten. Wir hatten Tasman Island mit berühmten „Pipes“ bereits in der Nachts gerundet, ohne jedoch etwas von Ihrer Schönheit zu Gesicht zu bekommen. Umso atemberaubender war der Anblick dafür jetzt: Storm Bay war getaucht in das goldene Licht der Aufgehende Sonne und fünf Yachten – alle in Sichtweite – kreuzten gleichzeitig in Richtung des Derwents.

Iron Pot Lighthouse in Sicht – noch 11 Meilen to go

 

Wir schaffen es gerade alle noch rechtzeitig auf die Kante, um wie richtige Profis aussehend, in die Kamera zu Winken. Der Hubschrauber umkreiste uns und alle anderen einige Male und flog dann mit immer leiser werdendem Wummen in Richtung offenes Meer hinaus.

In uns wurde der Ehrgeiz geweckt! Nach über 600 Seemeilen wurde es noch einmal so richtig spannend! Wir trimmten die Segel perfekt; segelten laut Computer mit über 105% unserer theoretischen Perfomance – trotz auslaufender Tide! Es war ein Kopf an Kopf Rennen! In Storm Bay überholten wir Cyan Moon und ließen Im Derwent noch drei unserer morgendlichen Konkurrenten hinter uns zurück!

Der Empfang an der Ziellinie war grandios! Obwohl es noch früh am Morgen war hatte sich der Kai mit lauter schaulustigen gefüllt. Alle jubelten und winkten, riefen uns Glückwünsche zu. Sogar eine große Deutschlandflagge war zwischen den Zuschauern zu sehen! Freunde brachten uns Häppchen, Croissants und Bier. Wir ließen es uns gut gehen und feierten bis spät in den Abend!

Nach verrechneter Zeit erreichten wir die Ziellinie nach 3 Tagen, 19 Stunden, 32 Minuten und 15 Sekunden! Damit wurden wir insgesamt 88ter von 109 und in unserer Devision 6ter von 18. Dicht gefolgt von Rêve, die nur 10 Sekunden langsamer den siebten Platz belegten. 10 Sekunden – auf 650 Seemeilen!

Eine wahnsinnige Erfahrung! Danke, dass ich dabei sein durfte!

Hier der offizielle Race Film vom Veranstalter

Fotocredit (von oben ): Salty Dingo, Paul Piendl, Orione Crew und Freunde